Amphibienschutz
Der Bereich der Weiher des ehemaligen Klosters Salem ist eines der artenreichsten Amphibiengebiete Süddeutschlands.
Es ist besiedelt von:
- Erdkröte
- Grasfrosch
- Wasserfrosch
- Laubfrosch
- Springfrosch
- Teichmolch
- Bergmolch
- Kammmolch
Das Gebiet liegt zwischen Uhldingen-Mühlhofen und Salem. Es wird von der stark befahrenen L201 und der K7782 durchschnitten. Die nebenstehende Karte gibt eine Übersicht über die räumliche Lage.
Die Übersichtskarte gibt es auch als hochauflösendes Bild (1,5 MB) und zum Download als PDF-Datei (1,1 MB).
Hauptlaichgewässer ist der Killenweiher. Überwinterungsgebiete liegen nördlich und südlich des Weihers. Die Wanderungen queren unter sehr hohen Verlusten die L201 und die K7782. Der Bestand war ernsthaft bedroht.
Das Gebiet wird seit 1985 von der BUND-Gruppe Uhldingen-Mühlhofen betreut. Die Gruppe hat mit den Naturschutzbehörden erreicht, daß entlang der L201 eine Schutzeinrichtung gebaut wurde. Die K7782 wird seit einigen Jahren während der Laichwanderung gesperrt.
Die Laichwanderungen ziehen sich über mehrere Wochen hin und finden je nach Witterung zu unterschiedlichen Zeiten statt.
Situation auf der K7782
Der südliche Teil des Lebensraums "Killenweiher" wird von der Kreisstraße K7782 (Grasbeurer Straße) durchschnitten. Die Straße ist stark befahren.
Der Sommerlebensraum liegt primär südlich, das Überwinterungsgebiet südlich und nördlich der Straße. Aufgrund des großen Abstands wandern viele Tiere im Herbst schon in Richtung Gewässser. Zwei starke Wanderungen sind zu beobachten. Außerdem gibt es im Juni eine große Wanderung von Jungkröten über die Straße in das Sommergebiet.
Das Gelände ist im Bereich der Staße für den Bau eines Schutzzauns ungeeignet: Steile Böschungen, kein Straßenrand, Bahndamm mit Unterführung, Länge der Strecke etwa 2 km. Bleibt eine Sperrung der Straße. Aufgrund dieser Situation wurden von 1986 bis 1989 die Tiere in Wandernächten eingesammelt und über die Straße gebracht.
Seit 1990 wird die Straße gesperrt. Zuerst mit beweglichen Sperrgattern, ab 1991 mittels einer manuell betätigten Schranke, nur in den Wandernächten und nur zwischen 19:00 und 6:00 Uhr. Seit 2004 wird eine automatische Schranke eingesetzt, die während der gesamten Wanderperiode unabhängig von der Wandersituation täglich zu denselben Zeiten schließt.
Ohne Sperrung werden in Wandernächten 200 und mehr Tiere überfahren.
Situation auf der L201
Die Bilder zeigen die drei häufigsten Amphibienarten bei uns: Grasfrosch, Erdkröte und Teichmolch. Auf dem Erdkröten-Bild sieht man gleich ein Paar: Wenn männliche Erdkröten während der Wanderung auf ein Weibchen treffen, lassen sie sich gerne huckepack zum Laichgewässer tragen.
Die Aufnahmen zeigen Tiere, die in unseren Zähleimern an der L201 während der Amphibienwanderung im März/April 2012 gefunden wurden.